Kuriosa Teil 2

Von Fmü in - 17. Februar 2006, 00:19 2 Kommentare

Kuriosa hatten wir neulich ja schon zum Thema Mobilfunk. Doch Technik ist eine unerschöpfliche Spielwiese. Heute mal zum Thema Fernsehen. An alle Leser, die die heimische Flimmerkiste nicht über die Satellitenschüssel oder das Kabelnetz speisen, sondern über DVB-T. Eine Errungenschaft, bei der Berlin Vorreiter war. Und mir bereits in der ersten Woche nach meinem Zuzug den Gang zum Elektro-Fachmarkt zwecks Kauf eines neuen Receivers bescherte.

Da findet der Fernsehzuschauer unter anderem ein Endlosband von einer Maschine, die rund um die Uhr Chips in Platinen einsetzt, untermalt von einem Mini-Ausschnitt eines klassischen Musik-Stücks. Erinnert doch sehr an das einstige Nacht-Fischballett des ehemaligen Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB). Zu der Zeit, als Fernsehen noch nicht endlos war, war des nächstens immer der Blick ins Aquarium zu sehen, wo Guppy und Co. das Fernsehvolk in den Schlaf wiegten. Fisch schlägt Testbild. Aber Chip-Stanzen schlägt Fische. Einfach, weil die Bewegung so wunderbar kontinuierlich-endlos ist. Wunderbar linear. Finde ich.

Übrigens: Das Endlos-Projekt ist ein “mobiles” Testbild. Die Erklärung hierzu gibt’s mal wieder aus der Welt der Technik-Freaks. Diesmal im Forum Digitalfernsehen. Reichlich kompliziert und für mich an dieser Stelle nicht in prägnante Worte zu fassen. Aber lesen Sie selbst.

2 Anmerkungen
fmünein, auf kanal 51 in einem fernsehgerät eines beliebigen berliner haushaltes, der sein antennensignal über DVB-T bezieht.
The ExitWo wird denn diese Chip-Endlosband gezeigt? Bei Mediamarkt?

Erstaunlich real

Von Fmü in - 10. Februar 2006, 22:33 10 Kommentare

Private Gegebenheiten fordern zurzeit ihren Tribut – und mahnen mich heute zur Kürze. Dennoch: ein Tipp für Alt- und Neu-Berliner, die ihre Metropole mal virtuell kennenlernen wollen. Die “große gelbe” BVG macht jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat den Sitz ihres Straßenbahn-Fahrsimulators für Tram-Fans frei. Jeweils eine halbe Stunde lang können sich bis zu zwei Fahrer die Fahrerkabine teilen und unter Aufsicht eines Ausbilders sich auf 54 km originalgetreuer Berliner Straßen-Szenerie durch die Tücken des Verkehrs kämpfen. Weitere Infos gibt’s hier

Ich machte heute mal die Probe aufs Exempel: mit einer Fahrt in der Tatra-Kabine von der U-Bahn-Station Vinetastraße bis zum Altenheim an der Kastanienallee. Inklusive querender Autos, sich schnell vor die Tram drängelnde LKW und offensichtlich autistische Kinder, die mit Tunnelblick die Schönhauser Allee überqueren. Für die Vollbremsung ein energischer Zug am Fahrhebel statt brachialer Tritt aufs Pedal. Der Fahrmotor heult auf, die Warnklingel schrillt unbarmherzig. Alles erstaunlich real.

Aber eben nicht hundertprozentig. “Wir aktualisieren die Szenerien nur, wenn sie für die Schulung der angehenden Tram-Fahrer verkehrsrelevant sind”, so der Simulator-Papst der BVG. Oder Leiter Ausbildung Straßenbahn, wie er sich offiziell nennt. Wenn der Drogerie-Markt also einer Bank-Filiale weicht, so wahrt er zumindest im Simulator auch weiterhin seine Existenz. Bei Gebäuden gilt: Platte bleibt Platte und Altbau bleibt Altbau. Für die Erstellung der Software wurde übrigens fleißig fotografiert, Video gedreht und gefilmt. Aus dem Material dann die Computer-Animation erstellt.

Übrigens, Straßenbahnfahren geht ganz einfach. Kinder ab 8 Jahren können selbst nach Einweisung den Fahrhebel in die Hand nehmen. Schwierigkeiten macht eher das “passende” Anhalten am Bahnsteig, ohne daß der hintere Zugteil noch auf der Kreuzung oder auf dem Grünstreifen steht.

10 Anmerkungen
fmünein, herr exit, menschliche kolateralschäden konnte ich gottseidank verhindern.
The ExitHerr Grabbelfisch: Das war ich, im Sommer, als ich einen Stuhl bei Ihnen abgeholt habe!
IGHey, wer hat da einfach meine Straße fotografiert?

Kuriositäten

Von Fmü in - 3. Februar 2006, 00:16 13 Kommentare

Vor nicht allzu langer Zeit verriet es Frau Indica in ihrer Laudatio zu meinem Ehrentag. Ich habe zuweilen einen Hang zu Kuriositäten. Wie zum Beispiel Klingeltöne. Nicht diejenigen, die kleine und große Funkfernsprecher-Liebhaber – ich nehme mich selber nicht aus – so gerne für teures Geld herunterladen. Sondern das Tuut-Tuut im Hörer, die sogenannten Rufzeichen. Die können zwar nicht mit der gleichen Bandbreite an Varianten wie diejenigen Töne, die aus Telefonen kommen, aufwarten, aber immerhin. Während sich beispielsweise das deutsche und französische Rufzeichen nur durch die Länge des Tones unterscheiden, wobei das französische ein wenig länger ist, haben die Engländer den Doppel-Ring. Dazu kein Tuten, sondern einen pulsierenden Purr-Purr-Sound. So auch in Südafrika und Singapur. Rufen Sie doch mal in Kapstadt oder London an und überzeugen Sie sich selbst.

Nein, keine weiteren Details. Es gibt schließlich auch andere Kuriositäten. So zum Beispiel Herrn Nobbi. Ob er Einwohner Klein-Bloggersdorfs ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Das er Anhänger und wahrscheinlich sogar Fachmann für Mobilfunknetze ist, ist dagegen offenkundig. Zumindest die Einwohner Karlsruhes erfahren auf seiner Seite von den Standorten der einzelnen Sender, auch Basisstationen genannt. Wo die Netzbetreiber diese noch trickreich in den nahegelegenen Wäldern getarnt hat, so daß sie wie Äste aussehen, ebenfalls. Und weil zu einer Basisstation auch noch ein Verteiler gehört, zeigt seine Schaltschrank-Show die verschiedenen Typen einschließlich der jeweils eingespeisten Netze.

Verwundert es da, daß ich in meiner grauen Vorzeit als Lokaljournalist einst für die Leser über das raffinierte Versteck von Basisstationen berichtete? Es wird nicht nur von Hochhäusern oder Fabrikschloten gefunkt, sondern zum Beispiel auch vom im Turm des Spandauer Rathauses oder einer benachbarten Kirche. Und allzeit wacht der Denkmalschutz: Der Sender paßt sich den Umgebungsfarben harmonisch an. Straßenlampen der DDR waren auch schon mal Gegenstand meines Interesses. Auch als Quartett erhältlich.

Kurios genug?

13 Anmerkungen
CalvinIst es schlimm ein Überflieger zu sein??? Ich finde es echt nutzlich… Ist es sclimm es zu versuchen ein wenig
The ExitIch glaube ja nicht, dass Herr Timo ein “Überflieger” ist. Zumindest muss man sich für seine Texte ja auch Zeit
TimoAber Frau Indica!Ich bin überzeugt, dass sie diese Vermutung über meine Person nur als gezielte Provokation einsetzen möchten. Mit anderen

Wunderliche Waschgelegenheit

Von Fmü in - 27. Januar 2006, 00:24 38 Kommentare

Nein, nicht die Waschmaschinen in Badezimmern meine ich heute, sondern einen Einrichtungsgegenstand für Bäder mit Platz und “gewisse Körperteile” – das Bidet. Dessen Sinn sich mir bislang nicht erschloß.

Die schlaue Enzyklopädie nennt Sinn und Zweck dieses Beckens detailliert: Es dient demnach nicht nur der Körperpflege unterhalb der Gürtellinie, sondern wurde früher angeblich auch zur Empfängnisverhütung genutzt. Sehr blauäugig – da drängt sich die Geschichte vom Klapperstorch und den Babies auf.

Doch Nord- und Mitteleuropäier scheinen wie der Ochs vorm Berg zu stehen, wenn sie ein Bidet erblicken – und hoffentlich nicht mit dem danebenstehenden WC verwechseln. Oder sind wie ich völlig ratlos, als ich einst in einem römischen Hotel eine Kombination aus beidem vorfand. Aufklappbar mit Plastik-Zwischenbecken: Welches Becken ist für was zuständig? Oder tun es nicht Feuchttücher ebenso? Oder ist das Ganze sowieso überflüssig wie ein Kropf?

Laut Frau Indica sollen auch die Füße nach exzessivem Asphaltlaufen in Sommerhitze im Seifenbad eines Bidets wieder strahlen. Angeblich eine weitere beliebte Nutzungsart. Daher meine Frage: Wer unter den Lesern nennt ein Bidet in einem ausladenen Bad sein eigen? Ist es in Verwendung? Welche Zwecke kann es noch erfüllen? Gar Sockeneinweichen, Champagner- und Bierflaschenkaltstellen? Letzeres wäre sicher vom Wasserverbrauch her ökonomischer als die Badewanne halb volllaufen lassen.

Sagen Sie mir, was davon zu halten ist.

38 Anmerkungen
RobbietomIch glaube nicht, obwohl ich zu der Zeit auch schon dort gelebt habe.
The ExitOh Herr Robbietom! Ja, ganz früher, so vor 1,5 Jahren lebte ich in Frankfurt. Kennen wir uns aus dieser Zeit?
RobbietomHerr Exit, vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Vor lauter Ringen sind mir die Manieren abhanden gekommen daher melde ich

Ein flügellahmer Stuhl

Von Fmü in - 22. Januar 2006, 00:16 12 Kommentare

Einiges ist in der vergangenen Woche durcheinander geraten – ein seriöser Blog wurde besetzt und die Damen und Herren Besetzer probierten sich gleich einmal an revolutionären Themen aus. Zum Beispiel Dialoge zwischen nasalen Virentypen oder ein Loblied auf ein primäres Geschlechtsmerkmal. Da mußte dann erst eine Kuh auf den Plan treten und ein Machtwort sprechen. Nun, dafür kommt der Blog in neuem Gewand daher.

Kontinuitätsverlust auch beim Gastkolumnisten – der Freitag wird nun zum Sonntag. Zugegebenermaßen: Es war ein moderner orthopädischer Büro-Stuhl, der mich vom Wesentlichen abhielt. Erworben vor kurzem in einem Möbelhaus vor den (Süd-)Toren der Hauptstadt, da ich nach 9 Monaten PC-Tippen auf dem Klappsitz vor einem Küchen-Buffett-Tisch doch endlich einmal meine Sitzposition verbessern und meine Rückenbelastung vermindern wollte.

Während das Zusammenstecken von Gasfuß, Sitzfläche und Rückenlehne auf Anhieb klappt, ergeben sich dann beim Versuch, die fast “Entenflügel”-förmigen, gegen Zuschlag mitgelieferten, Armlehnen ungeahnte Schwierigkeiten. Was sonst Kunden der blau-gelben schwedischen Möbelkette in Regelmäßigkeit droht, erlebe ich hautnah: eine Aufbauanleitung, die um die Vielsprachigkeit der Absatzmärkte wegen, ohne Worte und nur mit Zeichnungen auskommt. Schlechten Zeichnungen. Es läßt sich nur erahnen, daß zwei beigefügte Gummi-Zwischenstücke für die Fixierung der Armlehnen unter die metallenen Verbindungsstücke und nicht darüber montiert werden müssen. Fast schon selbstverständlich, daß der im Lieferumfang enthaltene Steckschlüssel für zwei der drei Sorten Schrauben nicht paßt. Folge: Der Stuhl ist weiterhin “flügellahm”.

In Ermangelung eines Hammers und des passenden Steckschlüssels suche ich unsere werte Kollegin Frau Indica auf. Sie übergibt mir einen Kranz von Steckschlüsseln verschiedener Größen. Keiner paßt. Der Adrenalinspiegel steigt, die Flüche werden lauter. Ich darf die Krise kriegen – ich bin kein Regelaufbauer. Ich hasse handwerkliche Tätigkeiten und brauche dementsprechend lange, um Werke der heimischen Baukunst zu vollenden. Wie einst bei einer geschenkten Kiefern-Kommode, die mich eine geschlagene Woche kostete, bis sie stand. Inklusive falsch verschraubten Teilen, die dann mühsam wieder “entkorkt” werden mußten.

Und ich frage die verehrte Leserschaft: Warum gehen Möbelbauer, Waschmaschinen-Erfinder und Ghettoblaster-Konstrukteure davon aus, daß jeder Mensch (nach althergebrachtem Rollenverständnis jeder Mann) die Kenntnis über Aufbau und Funktion von Haushaltsartikeln mit dem Löffel gefressen hat? Ich fordere: Solidarität für zwei linke Hände!!

Der Stuhl hat mittlerweile Flügel. An der linken Seite liegen sie bereits vorschriftsmäßig an, an der rechten Seite flattern sie noch.

Ich gebe nicht auf!

12 Anmerkungen
fmüIch darf an dieser Stelle vielleicht noch einmal darauf hinweisen: Der Kauf des Bürostuhls fand nicht beim schwedischen Möbelhaus, sondern
CalvinWieso streiten sie sich um wen soll zahlen??? Wäre der Staat schuld, wenn er das Stück Autobahn mit dem Geld
The ExitWas muss ich im Tagesspiegel lesen? Das von Ihnen besuchte Möbelhaus will ein Stück Autobahn bauen! Aber der Bund will

Wir gedenken eines exaltierten Zeitgenossens

Von Fmü in - 13. Januar 2006, 19:54 8 Kommentare

Ich bin als Gastkolumnist gebucht. Mit dem Vertrauen des Bloginhabers. Da dieses Blog jetzt bereits zumindest im gestalterischen Bereich mir wie Kraut und Rüben erscheint, möchte ich doch an dieser Stelle mal ernsthaft und mit gebotener Ehrfurcht auf den heutigen Gedenktag für einen exaltierten Menschen hinweisen und zur Besinnung mahnen. Einen Menschen, der in der Öffentlichkeit immer nur in der Formation „Herr und Hund“ auftrat. Rudolf Mooshammer der Herr – Daisy der Hund; von der Rasse her Yorkshire-Terrier und ja nie ohne Schleife. Genau vor einem Jahr kam er in seinem Haus nahe München durch einen “Liebesdiener” zu Tode.

In München trauert heute die Gemeinde um Moosi, wie er allgemein genannt wird. Die Berliner und Brandenburger haben sich ebenfalls an die Isar aufgemacht, um ihn zu würdigen. Herr Exit hat ihn bereits blogosphärisch betrachtet und das ausgiebigst. Inklusive der Frage, ob Daisy nach dem fürchterlichen Mord jemals von ihrem Trauma kuriert wurde oder welcher Art das Kabel – Fernseher oder Telefon – war, mit dem Moosi erdrosselt wurde. Zur Ermittlung des Täters hat Daisy übrigens nicht beigetragen, die Fähigkeit der Wiedererkennung dazu hatte ihr ja seinerzeit eine Hundetrainerin zugesprochen. Nun denn, denken wir heute mal nicht an sein exklusives Modegeschäft sondern besonders an sein Engagement für Obdachlose.

Bitte halten sie, werte Mitglieder der Blog-Gemeinde, die nicht in München weilen, einen Moment inne am heutigen Rest-Tage. Und vergessen sie für einen Moment die in diesem Blog temporär vorherrschenden revolutionären Gedanken.

8 Anmerkungen
CalvinSoll er auch auf den Knien kommen und beten für Verzeihung???!!! Oder werden Sie ihn schonen, da Sie gnadenreich und
fmüdazu wird es nicht kommen, frau indica. und an calvin die bitte, eine kurze deutsche zusammenfassung des geschriebenen für nicht
CalvinIl doit aussi demander pardon à genoux???!!! Ou l’épargnerez-vous dans votre clémence et votre immense bienveillance??? Armer Herr Exit… In

Vor-Festliche Wiederbegegnung

Von Fmü in - 30. Dezember 2005, 23:41 9 Kommentare

Noch kurz vor Jahres-Toresschluss holen mich mehr als 20 Jahre wieder ein. Vor dem Billig-Kaufhaus an meinem Heimatort. Neben den Weihnachtsbäumen. Ein breites Lächeln eines Menschen – zunächst in der Ferne. Die Situation ist herzklopfträchtig. Meine erste Freundin hat mich erspäht und schreitet nun zielstrebig auf mich zu. Offenheit, Neugier ihrerseits. Was ist aus der ersten großen Liebe nach 20 Jahren ohne Kontakt geworden? Berührungsängste meinerseits haben keine Chance, in mein Bewusstsein zu treten. Flucht ist per se unmöglich.

Dann die ersten Worte, die ersten Blicke. Was, 20 Jahre ist das schon her? Scheint eher, als sei es gerade gestern gewesen. Die Stimme, das Lachen – schon startet der Film im Kopf. Erinnerungen: „Meine Schwester ist immer noch mit P. zusammen, denn kennst du ja noch“. Nö, entgegne ich, der sei wohl nach unserer Zeit in deren Leben getreten. Macht aber nichts. Ich spüre plötzlich eine Gemeinsamkeit zwischen uns, trotz der verschiedenen Lebenswege. Und eine Frage tut sich auf: Hätten wir eine Chance auf langes Glück gehabt, wenn wir uns nicht schon als „Backfische“ kennengelernt hätten?

Ob sie sich diese Frage auch stellt? Die Neugier auf sie wächst mit jeder Gesprächsminute. Aber auch die Angst, vielleicht Peinliches, Unangenehmes aus der damaligen Zeit wieder ans Tageslicht zu bringen. Ich entscheide mich, erst mal auf das Kontaktangebot Ihrerseits („Ich steh’ immer noch unter meinem alten Namen im Telefonbuch“) nicht einzugehen. Den Zeitpunkt dafür muss ich bestimmen.

Frühestens im kommenden Jahr. Rutschen wir gut in selbiges.

9 Anmerkungen
greenfishFischer, bleib bei deinen Fischen! Hä?
The ExitHerr Neri! Ich fische doch gar nicht!
NeriDeswegen ist Herr Exit doch nach Berlin gekommen. Sein Heimat-Dorf war leer-gefischt ;)

Fremdes in der Waschtrommel

Von Fmü in - 23. Dezember 2005, 00:16 12 Kommentare

Nennen Sie, werte Leserschaft, eine Waschmaschine Ihr eigen? Dann dürfen Sie sich glücklich schätzen, nicht nur nach Ihrem Willen und Gutdünken die Reinigung (oder präziser gesagt: Wäsche, nicht zu verwechseln mit der Chemo-Variante!) Ihrer Bekleidung vornehmen zu können, sondern auch ohne größere Entfernung die elektrische Waschtrommel zu erreichen. Das ist mir zurzeit nicht gegönnt, da meine Vermieterin aufgrund nachbarschaftlicher Streitigkeiten vor kurzem das Weite suchte und ihre Waschmaschine selbstredend mitnahm. Die stand bis dato in meinem Flur, da sie nebenan wohnte, und durfte von mir unter Berücksichtigung aller hausmännlichen Regeln der Waschkunst gefüttert werden.

Ende der Fütterung – nunmehr bin ich genötigt, in zwar willkürlich gewählten Abständen, aber mit erhöhtem Aufwand den Weg zum Waschsalon anzutreten. Die Waschtrommel wird zum Gemeingut. Anlaufpunkt: der Salon Bergmannstraße in Kreuzberg. Der hat noch einen besonderen Clou: Wer „Hemd und Büchs“ (Hose – für Nicht-Norddeutsche) schon fremden Trommeln anvertraut, soll wenigstens guten Wein kaufen können. Dafür steht der kleine Rebensaft-Laden hinter den Maschinen und Trocknern.

Kollektives Waschen verzeiht jedoch keine menschlichen Schwächen. Solche wie Vergeßlichkeit. Beim Umfüllen der Wäsche in die bereitgestellte Reisetasche von mir noch unbemerkt, stelle ich beim Aufhängen zuhause einen Neuzugang fest. Ein blau gestreiftes Hemd präsentiert sich mir zwar lupenrein und makellos, gesehen habe ich es aber noch nie. Rätselraten. Schließlich die einzig logische Erklärung: Der Wasch-Genosse vor mir im Salon griff offensichtlich beim Herausnehmen nicht beherzt genug in die Trommel. Das Hemd blieb in der hintersten Ecke zurück. Wurde noch mal gereinigt, dann endlich von mir befreit und fremdelt nun ganz oben auf meinem Wäschestapel.

Es hat auch bei mir eine Zukunft – sogar die Kragengröße stimmt. Doch die Chancen auf weitere Aufstockung meiner Garderobe sind gezählt. Ab Januar ist eine neue Nachbarin angekündigt. Mit Waschmaschine. Nur was reingeht, kommt dann auch wieder heraus.

Von mir als Blog-Gast des Herrn Exit ein frohes Fest für Sie.

12 Anmerkungen
micha Hallo, suche die telefonnummer dieses genau dieses waschsalon. wer kann helfen? micha
fmueja, nachdem der motiv-überwacher von gravatar aus seinem weihnachts-winterschlaf erwacht ist, bin ich auch sehr zufrieden. ich sollte jedoch erwähnen,
The ExitAber noch erfolgte der Aushang ja noch nicht, oder? Die bloße Absicht entbindet noch von nichts!

Das Jahresende ist aller Anfang...

Von Fmü in - 16. Dezember 2005, 14:58 6 Kommentare

.......und ich wage nach fast einem Jahr die ersten Gehversuche in Sachen Aktiv-Bloggen – nicht allerdings die ersten Schreib- und Kommentierungsversuche. Ein Dank an Herrn Exit für die Darreichung des Blogspace.

Es war ein langer Weg. Und Angang. Die Existenz der Blogs und seiner Ursprünge, natürlich aus der Neuen Welt, entnahm ich vor mehr als einem Jahr der aktuellen Tagespresse. Beobachte dann – zunächst argwöhnisch – bei meiner geschätzten Freundin und Kollegin Frau Indica ihre in Tausenderschritten anschwellende Begeisterung für dieses neue Medium. Ein Medium? Nein, ein modernes Tagebuch, das ist ja die korrekte Bezeichnung.

Richtig, ich führte schon mal eins in Papierform. Vor 25 Jahren kam die Oma mit einem schwarzen Lederband mit goldener Schließe und verkündete: “Dein Großvater hat auch schon die Dinge aus seinem Leben, die ihn bewegten, aufgeschrieben. Und später wirst du dich dann daran erinnern. “Das “Bewegte” war zu Teenagerzeiten noch dünn gesät. Also gab’s von Oma dazu erstmal drei Tanzkurse dazu. Das Quälen und Mühen mit den Füßen fand seine Erwähnung in den Zeilen jedoch nur spärlich. Eher schon die post-pubertären “Dramen mit den Damen” auf Jugendfreizeiten und den ersten Rudeltouren in mediterrane Regionen.

Die Dramen sind aktueller denn je. Wie ich auch als Gasthörer bei der Blogger-Lesung vor kurzem in Friedrichshain erfahren durfte. Überall knirscht und gärt es zumindest zuweilen zwischen den Geschlechtern. Gerne aufgrund von Mißverständnissen. Eine Frage meinerseits sei schon mal vorweggenommen: Wann weiß Mann/Frau, dass sich das Gegenüber wirklich für einen interessiert? Bedürfe des Feedbacks aus der Bloggosphäre anstelle neunmalkluger Ratgeber, da ich in diesem Jahr zweimal die Orientierung in der Vor-Anbahnungsphase verlor. “Ja-Nein-Vielleicht”, dieser Leitsatz gilt offensichtlich in vielen Köpfen und nicht nur auf einem der Anti-Aids-Plakate der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Wem’s gerade nicht vor dem geistigen Auge erscheint, dem sei’s beschrieben: Drei Ankreuzkästchchen für die oben genannten Optionen sind hierauf dargestellt, bei “Ja” und “Vielleicht” mit dem entsprechenden Latex-Artikel im Hintergrund.

In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf Herrn Exit, Frau Indica und alle Leser und bedanke mich für die Laudatio “meiner Blogger-Mutti”. Die Mutter der Nation war ja kürzlich erst Thema.

6 Anmerkungen
The ExitDabei will ich Herrn Fmü gar nicht auf “Blogspace” reduzieren. Ich sehe ihn eher in der Rolle des Kolumnisten, der
fmües mahlt bereits thematisch in meinem Kopf, Herr Exit. Und Frau Indica, bitte lesen Sie doch den Beitrag sorgfältig vor
The ExitDie Diskussion, welches Blog denn geeigneter wäre für Herrn Fmüs Kolummne will ich gar nicht nähren, aber Ihr “Mädchenblog”, Frau

Herzlichen Glückwunsch, Herr Fmü!

Von Matthias in - 16. Dezember 2005, 00:16 3 Kommentare

Liebe Leser! Heute ist ein freudiger Tag! Wir feiern nicht nur den Jahrestag der Boston Tea Party, oder den Geburtstag der Herren Beethoven, und Walras, Begründer von Walras Gesetz in der Makroökonomie (Gleichgewichtstheorie).

Heute ist auch der Geburtstag von Herrn Fmü, dem einzigen, wahren Fmü, dem Frau Indica und ich an dieser Stelle (und jener Stelle) recht herzlich gratulieren möchten. Wir schenken ihm nicht nur einen Gravatar, nein, Herr Fmü bekommt bei The Exit eine (lebenslange) Kolumne geschenkt. Ab sofort wird jeden Freitag Herr Fmü meine Leserschaft mit einem Artikel erfreuen und damit in die Fußstapfen von Herrn Maloney treten, der früher Kolumnist bei The Exit war. Unvergessen, seine Berichte, live aus Rom, per Funkfernsprecher.

Anlässlich dieses ergreifenden Augenblickes übergebe ich das Wort an Frau Indica, die nun die Laudatio halten wird.

“Es kann nur einen geben – den wahren und einzigen fmü. Er betrat mein Leben per Internet, dem einzigen ihm angemessenen Medium. Sechs Jahre sind seitdem im Flug vergangen. Jahre, in denen das Zwischennetz konstituierendes Element einer besten, über alle Distanzen hinweg auch non-virtuell intensiv gepflegten, Freundschaft wurde. Keine Frage, seit den Tagen des frühen Indica-fmüschen Direktmailens muss die Kommunikationswissenschaft neu definiert werden, hat doch der wahre und einzige fmü den Begriff des „gepflegten Dummschwätz“ in die Diskussion eingeführt. Darauf ist stets mit einem mit Inbrunst vorgetragenen „Aber auf höchstem Niveau!“ zu antworten.

Als nicht weniger bedeutungsvoll sind die grundlegenden Erkenntnisse des wahren und einzigen fmüs in der Flugzeugkunde einzuschätzen. Wer, wenn nicht der wahre und einzige fmü, würde einer hilflosen Frau Indica eine SMS auf den Flughafen Zürich schicken: „Dein Flieger heißt Enzian.“ Er ist der Mann, der jedes Flugzeug mit Vornamen kennt.

Ganz zu schweigen von seinen Verdiensten um die internationale Klingeltonkunde – die Welt verdankt ihm die profunde Dokumentation des „angelsächsischen Doppelklinglers“ und des “senegalesischen Schnurrers”, denn nichts Geringeres als eine Enzyklopädie der Telefon-Rufzeichen dieser Welt herauszugeben, hat sich Prof. Dr. Fmü vorgenommen. Ein Projekt, dessen Abschluss im Jahr 2027 zu erwarten ist.

Doch kehren wir zurück zur Jetztzeit. Der wahre und einzige fmü unter den fmüs hat die Rückkehr aus der internetlebensfreien Zone und die Aufgabe seines Daseins als Blogbrettsurfer beschlossen. Das ist eine nicht zu unterschätzende Drohung. Werte Leserschaft, machen Sie sich auf abgehobene News aus der Welt der Fliegerei, Berichte von den Dramen mit den Damen und aus der allgemeinen Abseitigkeit gefasst!

Erheben wir uns und die Gläser auf unseren Mann am Flughafen. Lieber fmü, ich wünsche dir im Namen der versammelten Bloggerschaft zu deinem 29. Geburtstag alles Gute. Und nicht vergessen: Ich würde dir stets eine Tragfläche von meinem Flugzeug schenken!”

Vielen herzlichen Dank, Frau Indica, für diese Worte. Bleibt mir nur noch zu sagen: Wir erheben die Gläser auf Ihr Wohl, Herr Fmü! Willkommen an Bord.

3 Anmerkungen
The ExitFrau Indica, wie darf ich das mit “Letzterem” verstehen? Lebt Herr Beethoven noch?
fmümeinen dank an dieser stelle für die warmen worte.
IndicaIch möchte an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich den Herren Beethoven und Walras gratulieren. Ob die beiden noch so

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