Entglitten

Von Frau Indica in - 12. Juli 2007, 08:11 4 Kommentare

Sie sind überall. Sie haben ihre Kameras auf mich gerichtet. Achtet darauf, was ihr in den nächsten Tagen in den Videoportalen der virtuellen Welt sehen könnt. Hier schon mal die Szene:

Entspannter Abendeinkauf beim orange-blauen Discounter. Tütchen Milch, Frischwasser. Ach, nehm ich doch noch Küchentücher mit. Ein Griff in die Vier-Rollen-Pakete, das oberste von einem übermannshohen Stapel abgehoben. Swuuuuusch, eine Paketlawine ergießt sich über meine Hände und Füße. Mist! Hilfe! Weiße Rollen überall – Toilettenpapier, klein und groß gepackt, Küchentücher im Viererpack und ungemustert, Doppelpäckchen mit Palmenmotiven.

Ich beobachte meine rechte Hand, die sich noch autark den letzten glitschigen Paketen entgegenstemmt, dann langsam an meinen Körper zurückzieht. Komme mir vor, wie ein Kind, das heimlich eine Salzstange aus einer vollen Packung stehlen wollte. Peinlich berührter Panoramablick, natürlich hat’s ein junger Mann gesehen.

Großes Gelächter und auch der Wachmann spaziert lauthals prustend heran. Geben Sie’s zu, wo ist hier oben die Kamera angebracht?, versuche ich meine Würde zu retten. Sie weigern sich, mir das zu verraten. Aber der Wachmann macht sich gleich daran, das Sammelsurium in Weiß wieder aufrecht zurück zu stapeln. Verschwörerisches Zuzwinkern mit dem jungen Mann noch an der Kasse. Achtet auf die Videos!

4 Anmerkungen
Indica Ich habe immer ein unschuldiges Liedchen auf den Lippen…
The Exit In diesem Moment hilft es, professionell unschuldig drein zu blicken.
Dennis Es gibt Dinge, die passieren wohl jedem einmal im Leben. Ihr umgestoßenes Produkt, Frau Indica, konnte wenigstens nicht auslaufen. Ravioli

Aas für Geier!

Von Frau Indica in - 11. Juli 2007, 11:10 7 Kommentare

Als Attribut des Tages auserkoren: geierfreundlich! Genauer gesagt, sollten auf Anregung des Nabu geeignete Weideflächen angelegt werden, um geierfreundliche Orte in Mitteleuropa zu schaffen. Denn, ganz verkürzt gesagt, bedroht die EU die Gänsegeier. Was könnte nun also geeigneter für ein Gast-Posting beim Herrn Exit sein als ein nicht nur in Sachen Klimaschutz, sondern auch in Sachen Artenschutz ökologisch wertvolles Thema sein?

Werden in Spanien die Muladares, Sammelstellen für Tierkadaver, aufgrund verschärfter EU-Richtlinien wegen BSE geschlossen, sieht’s für die Gänsegeier schlecht aus. Klar, wo soll so ein Geier sein Futter finden, wenn nirgendwo draußen mehr Aas herumliegt? Jetzt fliegen die hungrigen Großvögel in Richtung Norden, auf der Suche nach Futter.

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7 Anmerkungen
Indica Genau, so etwas wie extensive Viehwirtschaft könnte wohl eine Lösung sein. Aber es ist wieder die Frage – muss das
Claudia In Nordwales gabs, als ich vor dreißig Jahren dort wanderte, durchaus Geier. Weil dort extensive Schafwirtschaft betrieben wurde – und
Markus @Bhuti: so perfide war meine Idee gar nicht, aber auch darüber könnte natürlich als Lösungsansatz für die Geierfutterkrise nachgedacht werden…

Mozartkugeln für die Blokkupation

Von Frau Indica in - 27. Januar 2006, 17:18 2 Kommentare

“Das Stück, das Stück hat… hat, hat… ein paar Noten zu viel. So nehm er ein paar Noten heraus!” “Und welche, Majestät?” “Die, die eben zu viel sind.” Wenn der klavierklimpernde österreichische Kaiser befindet, das Wunderkind habe zu viel Getöse in seine “Entführung aus dem Serail” hineinkomponiert, dann soll sich der Mozart nicht wehren.

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2 Anmerkungen
The ExitIndica und Grünfisch bei Puccini? Und was hat das mit den Zahlentalenten zu tun? Aber eine Rolltreppe kriegt die Kohleofenoper nicht!
greenfishJa mei, wie sieht das hier jetzt noch schöner aus. Wunderbar! Mein Freund Mozart hätte sein Freude an der schicken

Fragen, die ich stellen sollte,

Von Frau Indica in - 25. Januar 2006, 09:19 14 Kommentare

Original oder Fälschung? Wer wird den Praxishärtetest bestehen? Original "Eileen" von Bodum (re.) gegen "Kaffe" von Ikea.

stelle ich grundsätzlich nicht. Dazu fehlen mir Talent und Feingefühl. Solche wie: “Hast du nicht zufällig ein Paar Ohrhänger mit Bergkristallen für mich in deinem Schmuckkästchen?” Solche, die Antworten hervorrufen, wie: “Sie hätten doch meine Ikea-Durchdrückkaffeekanne haben können. An der werden Sie übrigens keine Freude haben, die funktioniert nicht gut.” Klar, ich weiß ja ganz genau, dass eine oder einer meiner allesbesitzenden Freunde und Innen immer genau das mir vermachen möchte, was mir gerade fehlt.

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14 Anmerkungen
Frau IndicaTrackback von Frau Indica: Richtiger fragen... ...um anderleuts Besitztümer für das neue Zweitdomizil zu erbeuten, ist eine Kunst, die philosophische Dimensionen
IndicaMensch, Frau Generator, an Sie hab ich gar nicht gedacht! Stimmt, wo wir doch kürzlich ein Plastiktässchen Tee (Sie) und
generatorinSpät dran in der Kommentarliste aber gern zu Diensten:Gern auch mit einer Bodum-Kanne, die ich Nichtmehr-Kaffeetrinkerin nicht mehr brauche. Allerdings ist

Hausfrau auf dem Teppichboden

Von Frau Indica in - 20. Januar 2006, 16:01 21 Kommentare

Die geschätzte Leserschaft soll sich nicht unnütz umgewöhnen müssen. Gewohnheiten müssen bedient werden, keine Überforderungen. Lila hat sich darüber, wie immer, kluge Gedanken gemacht:

Außerdem stand da auch, man sollte beim Bloggen vermeiden, Neuleser durch Informationen zu verschrecken, die sie nicht einordnen können. Dann klicken die nämlich sofort weg, die armen Seelen, die zufällig auf diese Seite stolpern, wenn ich ihnen nicht sofort klipp und klar erzähle, wer ich bin, wo und warum. Sondern sie statt dessen das beklommene Gefühl haben, bei einer Party einsam am Buffet zu stehen und Oliven zu zählen, während eine verschworene Clique Insider-Witze erzählt. Nein nein, ein Blog soll sofort zugänglich sein.

Deswegen hier mein Tribut an die Stammleser dieses besetzten Blogs die echte und wahre Hausfrauenfrage, deren Beantwortung mir extrem am Herzen, bzw. auf dem Teppich liegt: Wie kriege ich diese untrennbare Verbindung aus Wachsfleck, Teppichschlinge und rosa Löschpapier wieder aufgelöst?

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21 Anmerkungen
IndicaDie tapfere kleine Hausfrau vermeldet: Handarbeit mit Fön war erfolgreich. Nun ist nur noch ein dunkelgrauer Wachsfleck wie zuvor da.
englYes, indeed! :-)
CalvinDo you actually mean a patchwork-carpet??? That’s a revolutionnary idea!!!

Kampf den Rhinoviren

Von Frau Indica in - 18. Januar 2006, 15:55 11 Kommentare

Ich bin besetzt. Das Rhinovirus hat definitionsgemäß Nase, Bronchien und Nebenhöhlen “vorübergehend” okkupiert. Hoffe ich zumindest. Eine “dauerhafte Besitznahme” von mir, egal ob von Rhinoviren oder, sagen wir mal, Männern, fände ich nicht tolerabel. Ich bin also zum öffentlichen Tummelplatz der Erreger geworden. Sie diskutieren auf meinen Schleimhäuten: “Hey, sollen wir der Alten mal so richtig die Nase verstopfen?” oder “Nee, die kommt uns heute nicht zur Ruhe, soll sie mal ‘ne ganze Nacht durchhusten.”

Na gut, nachdem ich das Thema “Stellenbesetzung” in letzter Zeit durchexerziert habe, dieses Blog instandbesetzt wurde und Herr Grünfisch über die Praxis der Rollenbesetzung und Instrumentalisierung philosophiert hat, muss ich wohl noch die Gesundheitsbesetzung erledigen. Eine Kombination aus Besetzung öffentlicher Orte und Gesundheitspolitik haben heute ja auch schon tausende niedergelassene Ärzte erprobt, die in Berlin gegen ihre Arbeitsbedingungen protestierten.

Nun also das Virus, das sich über Nacht eingeschlichen hat, meine Zellen massenhaft belagert, explodiert und treibt, was es will. Es ist sozusagen die Besetzung an sich in potenzierter Form: Als Virus ... bezeichnet man in der Biologie genetische Elemente in Form von Nukleinsäuren, die als Fremdbestandteile in Zellen von Lebewesen („Wirtszellen“) unabhängig von deren eigenen Nukleinsäuren mit Hilfe der Replikationseinrichtungen dieser Zellen repliziert werden.

Jetzt mach ich mir ein Dampfbad, diese Kriminellen werden ausgeräuchert mit Kamille, weggespült mit kannenweise Roibuschtee und unter Zuhilfenahme bewusstseinserweiternder Drogen am laufenden Meter in die Tempotücher geräumt. Ich werd ihnen was husten, den Besetzern, denen!

11 Anmerkungen
IndicaHilfe, meine Herren, es geht ja wild zu, wenn frau mal einen Tag offline ist. Nein, mein Busen steht bestimmt
CalvinSorry, got scared… I was starting to think… Oh my God, what did they do to him in France for
The ExitIch wollte Frau Indica doch nicht beleidigen. Überhaupt nicht. Inzwischen habe ich wohl gelesen, dass es sich um Viren aus

Ode an die weibliche Brust

Von Frau Indica in - 17. Januar 2006, 00:47 14 Kommentare

Von unserem medizinischen Mitbesetzer Herrn Timo

Dieses Blog ist besetzt, also haben wir die einmalige Möglichkeit, gemäß den Regeln einer echten Besetzung, zu schreiben, was wir wollen. Also machte auch ich mir meine Gedanken, was man für das Pilcherblog im Rahmen einer Okkupation verfassen könnte?

Wir alle haben irgendwann einmal diesen einen Gedanken, vielmehr ist es ein Wunsch, der Wunsch einmal auszubrechen und wirklich ernsthaft das zu tun (oder das zu schreiben), was einen bewegt. Und da dieses Gedankengut durchaus nicht konform mit den Gedanken der geistigen Führung an dieser Stelle sein kann, fiel mir meine Wahl auf einmal gar nicht mehr so schwer. Meine Ode an die weibliche Brust:

Googelt man nach der weiblichen Brust, so erhält man als ersten Eintrag einen Link zu einer schlicht wissenschaftlich und medizinisch seriös wirkenden Seite, die folgendes an Information preisgibt:

„Die weibliche Brust besteht hauptsächlich aus Fett- und Drüsengewebe. Das Fettgewebe verleiht der Brust Form und Festigkeit. Die etwa 20 Drüsenläppchen mit den Milchdrüsen sind rund um die Brustwarzen angeordnet. Der Begriff “Busen”, häufig auch als Bezeichnung für die Brust oder die Brüste verwendet, ist eigentlich nur die Vertiefung zwischen den beiden Brüsten. Mit “Busen” wurde früher auch die Brust als Ganzes bezeichnet, insbesondere auch die männliche Brust.“

Googelt man im Kopf eines Heteromannes nach demselben Begriff, wird man ein gänzlich anderes Ergebnis erhalten:
Worin liegt die Faszination dieses wunderschönen Körperteils begründet? Wäre ich Grafiker, so könnte ich mich sicherlich seitenweise über die vollkommene Form dieses Körperteils auslassen. Nehmen wir beispielsweise die Portraitbetrachtung, ihre Silhouette. Eine Exponentialfunktion unvergleichbarer Vollkommenheit. Eine flach gezeichnete Krümmung an der Oberseite, die in einen, ins Negative umschlagenden Kurvenverlauf auf der Unterseite mündet. Die Konsistenz.
Sicherlich bei jeder Brust eine andere, dennoch haben sie alle das eine gemeinsam: es gibt nichts, was derart schön zu tasten ist.

Im Zentrum der weiblichen Brust die kreisrunde, melaninhaltige Papilla Mammae. Normalerweise entspannt, weich und ruhig, sorgen ihre erektilen Muskelfasern bei entsprechender Berührung dafür, dass es auch am weiblichen Körper eine Stelle gibt, die eine Erregung offensichtlich nicht zu verbergen vermag.
Als Kind eine Wärme, Geborgenheit, Fürsorge und Nahrung spendende Quelle des Überlebens, ist sie für einen erwachsenen Mann unwiderstehliches Objekt der Begierde.

14 Anmerkungen
Uwe KeimLauter Intellektuelle hier. Glaube hier bin ich falsch…
IndicaSeien Sie froh, Herr Exit, dass Sie nicht bei Courbets “L’Origin du Monde” waren. In der Tat, Imagination und Geheimnis
TimoAuch wenn es sicherlich eine sehr amüsante Vorstellung ist, an dieser Stelle eine Abbildung dieses so sehr begehrten Organs des

Liberté, j'écris ton nom... Einige Überlegungen zum Thema Freiheit.

Von Frau Indica in - 16. Januar 2006, 00:11 11 Kommentare

Ein Beitrag von Mitbesetzer Monsieur Calvin

Ich bin daran nicht gewohnt Artikeln zu schreiben, oder mindestens nicht in dieser Form… Die Chance mich als Revolutionär einmal in meinem Leben zu benehmen (das heißt ohne Erlaubnis des Inhabers), konnte ich aber, als Franzose, nicht verpassen ;-) . Freiheit ist ein so schönes Wort. Danke Frau U. für ihre Einladung mein Lieblingsblog mitzubesetzen…

Nirgendwo habe ich es von so großer Bedeutung gefunden wie in Berlin. Als ich in Berlin angekommen bin sind mir einige Dinge eingefallen, die Berlin meiner Meinung nach zu einer besonderen Stadt machen. Berlin ist eine geschriebene Stadt. Von der Mauer bis auf den Mauern haben die Berliner ihre Stadt geschrieben. Von Einstein bis zu der deutschen Madame Michon, alle haben etwas zu sagen. Geträumte Stadt, immer neuer, immer schöner. Man kann Berlin lesen wenn man spazieren geht. Eigenartig. :-D

Nirgendwo hatte ich noch Body-painting in der Nähe von dem Nahrungsmitteln Bereich gesehen. Die Beiden so nah an einander sehen war mir irgendwie komisch (obwohl Nacktheit oder Sex schon immer in der Kunst mit Essen assoziiert wurde). Aber, dass man sich von der religiösen Schäme befreit hat, die immer mit dem nackten Körper verbunden ist, um eine Ausstellung bei Karstadt zu machen finde ich irgendwie Munter. Obwohl… Kann man überhaupt sagen, dass man nackt ist, wenn man geschrieben oder gezeichnet ist??? Wörter und Zeichnen verstecken, nicht wahr? Wörter schützen…

Das Konzept der Freiheit kann manchmal sehr überraschende Formen in Berlin nehmen… Die Süssigkeiten-Dispensers (mir fehlt das Wort auf Deutsch) findet man manchmal in Berlin unter den Zigaretten-Dispensers… Sobald man groß genug ist um seine Münze in dem höheren Loch zu stecken darf man sich problemlos bedienen. Erster Schritt: Bonbons, zweiter Schritt: Zigaretten. “Un jour, tu pourras fumer, mon fils” ;-) . “Treats for adults” as soon as you are bigger than 1m 20… Und keiner beschwert sich, dass es ein schlechter Einfluss auf Kindern haben könnte… Kinder, ihr seid frei soviel zu rauchen wie ihr wollt… 1m 20 ist nicht sehr hoch und Deutsche Kinder sind ja groß. Also kein Problem, es lebe Marlboro, West, Gitanes, Camel and co!!! Los Kinder! Los! Große internationale Unternehmen brauchen euch und ihr trägt dazu bei, das Wachstum zurückzubringen… (Nein, ich habe nichts gegen Kapitalismus, aber auch nichts gegen Ethik…)

Eine so schöne Freiheit…

11 Anmerkungen
CalvinSchön Sie wiederzulesen Herr Exit… Wie war Frankreich? Nur eine Frage: Vergleichen Sie sich irgendwie mit dem Kanzler…in???
The ExitHier werden ja wilde Psychogramme gebildet. Warum ich nach Berlin gezogen bin, lässt sich leicht und banal in zwei Sätzen sagen
CalvinIch glaube er behauptet es sei um mehr Sonne zu finden, weil es immer sonniger im Norden sei… Wenn ich

Zum Thema "Besetzung"

Von Frau Indica in - 15. Januar 2006, 00:48 4 Kommentare

Von unserem Besetzungstheoretiker Herrn Grünfisch

Das Problem der Besetzung findet sich in vielen Bereichen unseres Tuns und spiegelt ganz unterschiedliche Aspekte gesellschaftlichen Denkens und Handelns wider. Meint es im eigentlichen Sinne einer Okkupation die Übernahme einer vorhandenen Staatsmacht durch einen externen Machthaber, so bezeichnet es im Sinne der Hausbesetzung die Inbesitznahme und das Bewohnen einer Immobilie, in deren Besitz man sich eigentlich nicht befindet. In dem uns vorliegenden Fall dürfte es sich somit um eine Okkupation handeln, die durchaus als geduldet hingestellt werden darf. Eine Form der Hausbesetzung ist in unserem, zu betrachtenden Fall ausgeschlossen. Oder wird das Blog des Herrn Exit von irgendjemandem bewohnt, dem es nicht gehört? Dies ist nicht der Fall? Also gut…

Im uns alle doch sehr gängigen und von uns ebenso geschätzten Spiel, welches sich Leben nennt, treffen wir mitunter jedoch auf weitere Unterformen der Besetzung. Beispielsweise im Theater oder in der Oper. Hier hat man das leidige Problem, dass man stets mit nicht selten divenhaften Gestalten gezwungen ist, da diese ein Produkt, das man verkaufen möchte, mit tragen. Eine Niederschlagung im Sinne einer inneren Befreiung ist nicht nur unangebracht, sondern vor allem gänzlich ungesund für die eigenen Freiheit. Entweder schafft man sich die wirkliche Befreiung durch die Beseitigung des niedergeschlagenen Besetzers, der mitunter auch ein wenig irreführend als Besetzter bezeichnet wird, oder man wird womöglich selbst seiner Freiheit beraubt mit dem vorsätzlichen Grund, man habe jemandem Körperverletzungen zugefügt…

Eine ganz besondere Form der Besetzung führte uns der Pop-Star George Michael auf sehr eindringliche Weise vor, als er es wagte, eine bereits besetzte, öffentliche Toilettenzelle erneut zu besetzen. Das sollte man nicht tun – vor allem nicht in den ach so fortschrittlichen Vereinigten Staaten von Amerika. Dann lautet das Delikt auf „Occupying an already occupied toilet booth!“ und führt zunächst zu einer unschönen Freiheitsberaubung, mitunter zu hämischen Gelächter bei der Verhandlung vor Gericht und im Falle der eigenen Prominenz zu einer ausschweifenden Berichterstattung mit vielen lustigen Mutmaßungen zur eigenen „Größe“...

Und was lernen wir nun daraus? Die einzig wahre Besetzung ist doch diejenige der Okkupation. Dann nämlich hat man die Macht und somit alle Fäden selbst in der Hand. Wer dann besetzt wird und wann mit wie vielen Personen eine Toilettenzelle als solche bezeichnet werden kann und muss, das bestimmt man dann letztendlich selbst…

Alles wird grün…

4 Anmerkungen
greenfishIch würde mal sagen: Mittlerweile [!] nicht mehr, gell?!? ;-)
The ExitHerr Grünfisch, ein Text mit Niveau! Der Besetzung angemessen. Ich darf anmerken, dass keine Duldung vorliegt!
greenfishDas wird auch ganz bestimmt noch spannend… :-) Vielleicht gibts schon morgen mehr. Das freut mich jedenfalls sehr!

Glückwunsch!

Von Frau Indica in - 13. Januar 2006, 09:43 26 Kommentare

Den Kuchen für Sie hätte ich schon, Herr Horch. Das Ständchen singt Ihnen Reinhard May. Nur die Kerzen müssen Sie selbst auspusten. Alles Gute zum Geburtstag!

Kaufen Sie sich, wenn Sie dermaleinst Konzernchef sind und nur noch an feindliche Übernahmen denken, einen Oldtimer Ihrer Marke. Und vergessen Sie nicht, die Weltöffentlichkeit an Ihren profunden Kenntnissen über “Kinder- und Musikgeschmack des Prenzlwichsers” auch weiterhin in wissentschaftlichen Abhandlungen partizipieren zu lassen.

Aber das ist ja noch ein paar Tage hin. Bis dahin übereigne ich Ihnen dieses “Kuchenmodell Eierlikör” und ein flammendes “Happy Birthday”. Vergessen Sie nie die Weltrevolution! Mit besetzerischen Soli-Wünschen…

Jungen Männern in diesem Blog zu gratulieren, scheint eine Tradition zu werden. Daran könnte ich mich gewöhnen. Herr Grünfisch, sind Sie nicht auch bald dabei?

26 Anmerkungen
IndicaWiederauferstanden nach nur einem Tag, juchhu! Das schafft noch nicht mal die Seifenoper… ;-)
CalvinMerci… Bon je vais essayer d’arrêter de faire le yoyo, mais je ne promets rien…
The ExitWillkommen zurück, Herr Calvin

BLOKKUPATION

Von Frau Indica in - 12. Januar 2006, 00:31 24 Kommentare

Das ist unser Blog! Volx-Blog statt Pilcher-Erpressung!

Heute, am 12. 01. 2006, ist gegen 00.30 Uhr das kürzlich erst von einem Erpresser unbewohnbar gemachte Blog.The Exit.Net (Berlin-Wedding) besetzt worden. Der BesetzerInnen-Rat hat für die nächsten Tage noch weitere Aktionen angekündigt.

Auch im Jahr 2006 geht`s munter weiter mit Demokratieabbau, Verschärfung des Schreibzwanges und Repression gegen alternative Kommentarstrukturen. Die Providermieten werden immer höher, Lebensmittelpreise steigen. Im Gegensatz dazu sinken die Löhne und die sozialen Ausgaben werden ständig weiter gekürzt.

BLOKKUPPATION, ein Kongress unabhängiger, selbstorganisierter Blogger und Kommentatoren will Kommunikations-Alternativen entdecken, diskutieren, ausprobieren. Vom 12.-20. Januar 2006 treffen sich unterschiedlichste Blogger im besetzten Blog.The-Exit.Net gemeinsam um auch praktisch der Umstrukturierung von oben entgegenzuarbeiten.

“Freiräume öffnen statt Blogerpressung!” “Freiräume statt Leerstand! Schafft 1, 2, 3, viele soziale Blogs!” Freie Blogs für alle!” sind die Forderungen der BesetzerInnen.

An diesem Donnerstag werden verschiedene Gruppen zahlreiche lange ungenutzt leerstehende Blogs zu neuem Leben erwecken. Sie werden Blogs wie Blog.The-Exit.Net instandbesetzen und wieder lesbar machen. Für gerechte, Pilcher-Zwang-freie Volx-Blogs! Schickt uns Flugis mit euren Beiträgen an indica39 at web punkt de.

Die Forderungen bleiben: unabhängige Soziale Blogs statt Sozialabbau! Freiräume statt Blog-Leerstand! Änderung der Berliner Linie! Keine weiteren Räumungen von Pilcher-Zwang-freien Blogs!

24 Anmerkungen
IndicaSehen Sie, Frau Rebekka, so weit kann’s kommen. Bloggen ist eben Leben “in echt”, dahinter kommen Sie und Herr Exit
RebekkaOh, da habe ich ihm ja jetzt was eingebrockt…
IndicaAuf jeden Fall, ohne öffentlichen Kniefall geht da gar nichts mehr. Ich halte die Kamera bereit. Über die Wiederaufnahme als

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