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Die Obercoolen

Von Exit in - 19. Januar 2007, 14:55 4 Kommentare

Da wurde also ein Orkan für ganz Deutschland angesagt und die Nation ist so gut, wie es ging zu Hause geblieben. Sicherlich ein Grund, weshalb es nicht so viele Tote gab und wir uns nur über von Bahnhöfen abfallende Dekoelemente Gedanken machen müssen.

Dass aber in der Berliner Zeitung nun von einer überzogenen Hysterie gesprochen wird, ist grotesk:

... dass man sich fragen darf, welche Art von Dienstphilosophie wohl dahinter steckt [...] Da schicken Behörden ihre Mitarbeiter bereits mittags nach Hause, und zwar auch solche, die verlässlich in geschlossenen Räumen ihren Pflichten nachgehen.

Und die Obercoolen melden sich zu Wort:

Das dauert eine gute halbe Stunde. Dann ist alles vorbei. [...] Wovor wurde nun gewarnt? Wo sind die umgestürzten Bäume? Wo sind die Dachziegel? Ein paar kleine unschuldige Zweige liegen auf der Straße. Die Heizpilz-Generation hat Angst!

Den Autorenstammtisch vom Hauptstadtblog, der für gestern angesetzt war, haben wir verschoben. Das war eine sinnvolle Entscheidung.

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4 Kommentare

1

rob
19. Januar 2007, 16:21 #

Die “überzogenen Hysterie” reichte immerhin aus, dass der offensichtlich nicht sehr stabil gebaute Hauptbahnhof auch noch am Tag nach dem Sturm geschlossen war und so mein geplanter Volksbespaßungstermin in Köln ausfallen musste.

So musste ich im Rheinland anrufen und berichten, dass ich wegen überzogener Hysterie leider nicht kommen kann…..

2

creezy
19. Januar 2007, 16:30 #

Den Berliner Zeitung habe ich heute geschluckt, denn ich weiß genau, wie der Artikel aussgesehen hätte, hätten die Meterologen nicht so eindringlich gewarnt, wären mehr als „nur knapp 30 Menschen europaweit zu Tode gekommen”, was ja auch sehr leicht passieren hätte können z. B. am Hauptbahnhof, wie wir jetzt wissen.

Dass so wenig passiert ist, lag daran, dass die meisten Menschen zu Hause geblieben sind – und auch dadurch die Einsatzkräfte in ihrem Kampf gestern gegen die Naturgewalten nicht weiter behindert haben. Das hat nix mit Memmendasein zu tun, sondern mit Verantwortungsbewußtsein.

Im übrigen ist bekannt, das der entgültige Wetterablauf durch viele Faktoren sehr leicht zu beeinflussen ist, was dieses Mal noch glimpflich abgelaufen ist, kann beim nächsten Mal bei einem im Vorfeld als weniger stark eingestuften Sturm bedeutend dramatischer ablaufen. Mir fallen da zwei Berliner Elternpaare ein, die nach dem letzten Sturm ihre Kinder begraben mußten, weil im Vorfeld nicht soviel Zerstörungswut erwartet wurde.

Der Autor von der Berliner Zeitung hat null Ahnung von der Thematik.

3

Indica
20. Januar 2007, 13:06 #

Die Obercoolen hätten noch viel berufsbetroffener und giftend in ihren Medien herumtrompetet, wie viel Katastrophenschutz unterlassen worden wäre, wenn 120 Leute allein von einem abgestürzten Dekoelement erschlagen worden wären. Zum Beispiel.

Grund zum Eindreschen gibt’s ja immer, wenn man nur will. Unverfroren.

4

Irene
21. Januar 2007, 21:09 #

“Da schicken Behörden ihre Mitarbeiter bereits mittags nach Hause, und zwar auch solche, die verlässlich in geschlossenen Räumen ihren Pflichten nachgehen.”
Natürlich – wenn z.B. ein Mitarbeiter nicht in der Behörde wohnt, sondern 50 Autobahnkilometer weiter, und die ganz gerne schaffen will, ehe es ganz schlimm wird. Konnte ich verstehen!

“Wo sind die umgestürzten Bäume? Wo sind die Dachziegel? Ein paar kleine unschuldige Zweige liegen auf der Straße.”
14109 Berlin, Bismarckstraße: zwei große umgestürzte Kiefern. Eine davon fiel so auf ein Dach, daß es zu einem bedeutenden Teil abgedeckt wurde und reichlich Regen einließ.

Weitere mächtige Kiefernäste liegen an verschiedenen Stellen auf dem Bürgersteig. Wenn da der Herr Reporter langgegangen wäre, wäre dieser süffisante Artikel nicht erschienen.

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