Meine Kollegen planten gestern die historische Inszenierung der Seeschlacht von Lepanto auf dem Schlachtensee (ein See im Süden von Berlin). Zwei Ruderbote sollten aufeinander zurudern. Herr Horch für die Türken und Herr Orth für die Christen. Dann sollten sie sich ein erbittertes Gefecht auf dem See liefern, wie einst 1571 vor Lepanto. Als es darum ging, wer die Vormachtstellung auf dem Mittelmeer haben solle.
Am Ufer, auf einer Picknickdecke liegen Frau Schwoof und ich. Wir schlürfen Prosecco und essen kleine Häppchen und Weintrauben. Wenn wir genügend Spektakel gesehen haben, lassen wir den Wind drehen, wie damals 1571, und dann wird ein Ruderboot versenkt. Wir können ja den Sieger offen lassen.
Fernando Bertelli: Die Seeschlacht von Lepanto, Venedig 1572
In der Asamkirche zu Ingoltadt, einst wohnte ich vis-a-vis, steht eine äußerst wertvolle Monstranz: die Lepanto-Monstranz. Dieses Kunstwerk, das als die wertvollste Monstranz der Welt gilt, wurde 1708 für die bürgerliche Kongregation beschafft. Der Meister war der Augsburger Goldschmied Johann Zeckl. Die Monstranz erinnert an den Sieg der Christen über die Türken in der Seeschlacht bei Lepanto. In unvorstellbar feiner Arbeit sind ein sinkendes Türkenschiff, der fliehende Sultan und ertrinkende Haremsdamen dargestellt.
Leider wurde gestern nichts aus der Seeschlacht. Das Wetter war zu kalt. Ruderbootsverleih war geschlossen. Die Rabauken gingen so planschen, Herr Exit fotodokumentierte. Außerdem ist der Schlachtensee, Relikt der Eiszeit, auch keine historische Kulisse für eine Schlacht. Denn der Name erinnert gar nicht an ein Gefecht. Vielmehr ist der Name slawischen Ursprungs und bezeichnet ein mit Pfählen befestigtes Ufer (slat) bzw. Sumpf und Morast (solt).
Trotz Abstecher in die Fischerhütte sind wir nicht versumpft.
Bilder des Spektakels gibt es natürlich auch.


