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Heros: Geldtransporter im Bananenstaat

Von Exit in - 1. August 2006, 13:53 4 Kommentare

Am 17. Februar diesen Jahres ging der größte Geldtransporteur Heros in Deutschland Pleite. 400 Mio. EUR fehlten. Damals habe ich mich gefragt, durch welche Lücke das Geld abfloss.

Das Handelsblatt erzählt die Geschichte von Heros und seines Gründers Karl-Heinz Weis, seinem Aufstieg und wie alles platzte. Geplatz wäre die ganze Affaire schon früher, denn regelmäßig gab es Ungereimtheiten. Aber unter größter Anstrengung aller, von Mitarbeitern, Management und Kunden (!), die wegsahen und sich Geldbündel zur Beruhigung mitnahmen, ging es munter weiter, bis der Transporter aus der Kurve flog.

Vor einigen Jahren ermittelte sogar die Staatsanwaltschaft. Etwas schlampig. Bei einem Verlust von 100 Mio. EUR. Möglicherweise wird der Staat nun haften müssen, weil die Beamten geschludert haben und nicht erkannten, was bei Heros lief.

Die Geschichte ist so unglaublich, selbst Kino ist da realistischer. Geldtransport im Bananenstaat.

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4 Kommentare

1

rag
1. August 2006, 17:27 #

Herr Exit! Na klar, die Beamten wären es! Schlampig und schludrig arbeiten die doch immer. So einfach kann die Welt sein. Ich bin mir ganz sicher, dass sie allergrößte Mühe hatten mit der von Ihnen vertretenen Meinung weit unter Ihrem Niveau zu bleiben.

Es drängt sich bei mir der Eindruck auf, dass wohl noch andere Leute Tomaten auf ihren blauen Augen hatten. Wenn ich jemanden eine riesige Bargeldsumme mit der Bitte übergebe, diese für mich zur Bank zu bringen und meinem Bankkonto wird nur ein Teil dieser Summe sofort gutgeschrieben und der fehlende Teil erst später und dieses Spielchen wiederholt sich, dann sollte sich doch die Frage aufdrängen, wo die Differnzbeträge zwischenzeitlich befunden haben.

2

The Exit
1. August 2006, 17:49 #

Der Handel, also die Auftraggeber, wurden über billige Tarife geködert.

Aber die Staatsanwaltschaft hatte ja schon einmal ermittelt, aber nicht gründlich genug. Das ist eben ein Versäumnis in der langen Kette der Versäumnisse. Dumm nur, dass das staatliche Versäumnis möglicherweise der Steuerzahler bezahlen muss.

3

rag
1. August 2006, 19:44 #

Herr Exit!
Ob ein Versäumnis seitens eines Beamten vorliegt, kann ich nicht beurteilen. Welche Tatsachen veranlassen Sie zu der Aussage, dass die Beamten nicht gründlich ermittelt hätten?

Was mich in solchen Fällen stört und verwirrt, ist der Ruf nach mehr Staat oder staatlichen Eingriffen. Ich fauchte sicherlich deshalb hier besonderes laut, weil ich eine derartige Einstellung von Ihnen nicht erwartet habe.

Bei hinreichender Sorgfalt der Kunden, hätten diese selbst den Schaden vermeiden können. Der Ruf nach mehr Staat soll doch oft nur von der eigenen Fahrlässigkeit ablenken.

4

The Exit
1. August 2006, 20:00 #

Meine Aussage bezieht sich auf einen Absatz im verlinkten Artikel.

Dennoch gerät Heros bereits im Jahr 2001 ins Visier von Ermittlern. Beim Bundeskriminalamt in Meckenheim erscheint im November ein Mann, der Hinweise auf die Millionenunterschlagungen hat.

und weiter

Der Fall landet Anfang 2002 bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Die beauftragt die Kriminalpolizei in Viersen mit den Ermittlungen. Und dort schildert Fritsch im März detailliert, was er von seinem Freund Kurt über massive Veruntreuungen bei Heros weiß. Fritsch redet sogar explizit von einer „Art Schneeballsystem“. Spätestens hier hätten bei den Beamten nach Einschätzung erfahrener Ermittler „sämtliche Alarmglocken schrillen müssen, weil bei Schneeballsystemen praktisch immer die Firmenchefs am Betrug beteiligt sind“.

und dann

Dennoch: Die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen ein.

Es liegt hier also kein Aufsichtsversagen vor, sondern die Beamten haben falsch gehandelt. Von daher schiebe ich keine flache Argumentation vor.

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