Ich hatte es bereits angedeutet. Herr Maloney äußerte sich sehr kompromittierend über Berlin und so kann der Ausflug auf den Dachboden als eine eher milde Strafe gewertet werden.
Kaum dass Patrick die Irritationen um einen amoklaufenden Dirigenten verarbeitet hatte, lockte ich mit Sirenengesang. Es gebe ein architektonisch wertvolles Stadtviertel, Marzahn und man könne mit der Straßenbahn eine Rundfahrt machen.
Als dann kurze Zeit später die M 8 durch das Industriegebiet rumpelte, und die riesigen Plattenbaufassaden von Lichtenberg an der Straßenbahn vorbeizogen, war Patrick beunruhigt, panisch wurde er erst, als ich ihn am Helene-Weigel-Platz auszusteigen hieß.
Nein, ich setzte Herrn Maloney nicht aus. Wir flanierten um die riesigen Wohnblöck ein Springpfuhl und bummelten über die Allee der Kosmonauten, die zwar einen sehr poetischen Namen trägt, aber doch nur profan wirkt.
Die Dorfidylle des historischen Ortskerns Marzahn ließen wir aus und saßen auch schon in der Bahn Richtung Risaer Straße in Hellersdorf. Spätestens an diser Stelle wird jeder Berliner die Augen verdrehen, aber so finster war es gar nicht.
Den Ausflug rundeten wir mit einem Kinobesuch ab, im Le Pom, bei spottbilligen Preisen. Es würde sich lohnen, fürs Kino raus zu fahren.


