Herr Exit ist heute als Abstimmender Nr. 185 seiner staatsbürgerlichen Pflicht nachgekommen und hat über den Antrag den Flughafen Tempelhof noch ein klein wenig länger offen zu halten korrekt abgestimmt.
Zur Abstimmung musste sich Herr Exit im Textilraum der Willy-Brandt-Oberschule einfinden. Gerade weil es ein Textilraum ist, in dessen Beständen man ein Bügeleisen vermuten könnte, bin ich entsetzt darüber, dass bei Abstimmungen ungebügelte Fahnen von Deutschland, Berlin und Europa aufgehängt werden. Ich meine, wenn es nur ungebügelt wäre, aber die Fahnen sehen aus, als hätten sie noch niemals ein Bügeleisen gesehen. Niemals. Ein Skandal. Ich hoffe, Herr Julius ist heute nicht nur früh aufgestanden, sondern hat auch ein Bügeleisen eingepackt.
Die Abstimmung gab mir die Gelegenheit die Schule ein klein wenig näher kennen zu lernen.

Das imposante Schulgebäude wurde erst 1913-1915 an der Stelle einer Markthalle in der Grünthaler Straße erbaut. Auf der anderen Straßenseiten verkehrte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sogar noch die Eisenbahn nach Stettin, bevor man sie über den Bahnhof Gesundbrunnen verschwenkte.

Die über dem Eingang der Schule angeschlagene “Berufsschule für Metallarbeiter” gibt es schon lange nicht mehr. Sie war, in der wechselvollen Geschichte des Gebäudes nur eine der vielen Schulen, die hier unterrichteten.
Seit 1992/1993 wird das Gebäude von der Willy-Brandt-Oberschule genutzt. Nur 400 Schüler lernen dort von der 7. bis zur 10. Klasse und es gibt sogar einen bilingualen Schwerpunkt Englisch und Deutsch. Die Schüler wohnen meist in der Umgebung. So wundert es nicht, dass der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund über 80% beträgt.


