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Kommasetzung nach Relativsatz mit folgendem und

Von Exit in - 4. April 2008, 12:05 12 Kommentare

Frage an die Leser: Sind in folgendem Satz die Kommas richtig gesetzt?

Investoren bevorzugen also Staatsanleihen als Anlageform ohne Ausfallrisiko gegenüber einer Anlage, die quasi ausfallrisiko frei ist, und sind bereit dafür einen Renditeabschlag hinzunehmen.

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12 Kommentare

1

Markus
4. April 2008, 12:22 #

Ja.

2

The Exit
4. April 2008, 13:15 #

Vielen Dank Markus für die Bestätigung! Dachte ich es mir doch. Aber aufgrund welcher Regel muss das Komma vor und?

3

Torsten
4. April 2008, 13:16 #

Nein.

Richtig: “Anlage, die quasi ausfallrisiko frei ist und sind bereit, dafür einen Renditeabschlag hinzunehmen”

1. falsches Komma nur dann, wenn danach ein vollständiger Hauptsatz folgt.
2. fehlendes Komma wird vor erweiterten Infinitivsätzen (wie “dafür einen Renditeabschlag hinzunehmen”) erwartet.

BTW: Heißt es “ausfallrisiko frei” oder “ausfallrisikofrei”? Sehr schräg, wenn richtig.

Just my 2 Cents, in relativer Ignoranz der neuen RS-Regeln.

4

Torsten
4. April 2008, 13:17 #

Äh, zurückrudern. Das 1. Komma ist wohl doch richtig wg. Relativsatz, das 2. fehlt aber nach wie für.

5

Torsten
4. April 2008, 13:20 #

Das Komma muss halt dahin, weil ein Relativsatz eingeschoben wird. Auf der gaanz sichern Seite bist Du, wenn Du aus dem “und sind bereit” ein “und sie sind bereit” machst, weil dann hinter dem gesetzten Komma ein ganzer Satz steht.

Sorry für die Kommentardusche – besser erst lesen, dann denken, dann kommentieren.

6

Torsten
4. April 2008, 13:22 #

Wo ich schon einmal hier bin… ist das bekannt? Ob es auch mit 4.0.6 funktioniert, weiß ich absolut nicht…

7

The Exit
4. April 2008, 13:23 #

Oh! Vielen Dank! “ausfallrisikofrei” bedeutet “frei von Ausfallrisiken”. Muss man das wirklich getrennt schreiben? Ich schrob das bislang immer zusammen!

8

The Exit
4. April 2008, 13:26 #

Damit wäre natürlich obiger Satz falsch, wo ich fälschlicherweise “ausfallrisikofrei” getrennt schrob.

9

Julius
4. April 2008, 14:03 #

(a) Das Komma vor dafür kann gesetzt werden, muss aber nicht. (die Erklärung in der Wikipedia ist ganz gut).

(b) ausfallrisikofrei ist ein Wort.

10

Torsten
4. April 2008, 14:20 #

Neinnein, ich halte “ausfallrisikofrei” auch für richtig und semantisch war das schon klar…

;-)

11

maha
5. April 2008, 00:57 #

Also: das Komma nach dem Relativsatz ist notwendig, weil der Relativsatz da zuende ist und es anschließend mit dem Hauptsatz weitergeht; ausfallrisikofrei ist ein Wort, wird also zusammengeschrieben. Es ist allerdings ein seltsames und schwer lesbares Wort. Ich würde das anders formulieren. Das Komma vor dafür sollte man unbedingt setzen, auch wenn vor erweiterten Infinitiven kein Komma mehr stehen muss, weil dann klar ist, was zusammengehört, denn strenggenommen sind ja zwei Interpretationen möglich: (a) und sind bereit, dafür einen Renditeabschlag hinzunehmen. und (b) und sind bereit dafür, einen Renditeabschlag hinzunehmen. Ich gebe allerdings zu, dass bereit dafür nicht so gut ist, weil es eigentlich bereit dazu heißen müsste.

Hier also die meines Erachtens beste Version des Satzes:
Investoren bevorzugen also Staatsanleihen als Anlageform ohne Ausfallrisiko gegenüber einer Anlage mit geringem Risiko; sie sind sogar bereit, dafür einen Renditeabschlag hinzunehmen.

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The Exit
5. April 2008, 13:18 #

Herr Julius! Vielen Dank nochmal für die Bestätigung.

Herr Maha, eine äußerst kompetente Antwort und ihr umformulierter Satz ist viel schöner als das Original, auch wenn “quasi ausfallrisikofrei” im Kontext meiner Dissertation eine leicht andere Bedeutung wie “mit geringem Ausfallrisiko” hat.

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