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Das Evangelium nach Pilatus

Von Matthias in - 24. März 2008, 17:37 12 Kommentare

Gerade haben wir Ostern gefeiert. Meist waren wir mit Ostereiern und -hasen beschäftigt und haben uns über die freien Tage gefreut. Rein liturgisch betrachtet, standen am Ostersonntag die Frauen vor dem leeren Grab. Pontius Pilatus, der römische Statthalter in Jerusalem hatte damals am Ostermontag bereits über 24 Stunden das Problem, dass er nicht nur diesen Jesus etwas überhastet kreuzigen ließ, sondern dass jetzt auch noch die Leiche verschwunden war. Er wusste damals ja noch nicht, dass er den ersten aktenkundigen Fall von Auferstehung erleben durfte. Wir wissen zwar heute, dass es Ostern wegen der Auferstehung gibt, aber die Sache mit dem daran glauben ist ziemlich schwierig. Man kann sich dann in theologische Floskeln stürzen, oder es eben gleich lassen.

Die österlichen Ereignisse — das zentrale Element des Christentums — sind schwierig zu begreifen und zu verstehen. Ich wollte allerdings, um die Botschaft zu begreifen, auch nicht gleich ein Theologiestudium einschieben und bin froh, dass mir meine Mutter an Weihnachten ein Buch in die Hand drückte: Das Evangelium nach Pilatus von Eric-Emmanuel Schmitt. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wurde mir sehr viel klarer, worum es eigentlich im Christentum geht und warum die dramatischen Ereignisse der Passionsgeschichte so erfolgt sind und warum es gut ist, dass diese so stattgefunden haben. Man versteht die simple, aber unglaublich befreiende Botschaft von der unbedingten Liebe Gottes zu den Menschen, durch die Augen des Pilatus, der die Leiche von Jesus sucht und rationale Erklärungen für das Verschwinden überprüft und verwirft. Am Ende erkennt er die Tragweite der Ereignisse und begreift die Auferstehung.

Ein packendes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann, der seinen Glauben etwas entstauben möchte oder der die Grundidee des Christentums anschaulich, von theologischen Phrasen befreit, erkennen möchte. Und ich glaube, das Buch könnte auch für einen Leser interessant sein, der sich einfach mal mit dem Christentum auseinander setzen möchte.

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12 Kommentare

1

Liisa
24. März 2008, 23:51 #

Ich werde mir das Buch aufgrund Deiner mehrmaligen Erwähnung und Empfehlung bei nächster Gelegenheit aus meiner Bibliothek besorgen und lesen. Bin schon gespannt darauf!

2

der toby
25. März 2008, 08:01 #

Lieber Herr Exit!

Von Eric-Emmanuel Schmitt habe ich schon viel gehört. Und umso erstaunter bin ich um deines religösem Interesse wegen.

Als recht junger Leser deines Blogs: Wie kam es dazu?

3

The Exit
25. März 2008, 08:04 #

Frau Liisa! Tun Sie das! Ich glaube, Sie werden nicht enttäuscht.

Herr Toby. Ich wurde sehr christlich erzogen. Aber religiöses Interesse ist doch nichts Erstaunliches, ode?

4

der toby
25. März 2008, 20:31 #

Ich bin auch sehr religös erzogen worden. Eine Gottesvergiftung war die Folge.

Daher mein Interesse.

5

The Exit
25. März 2008, 20:53 #

Lies mal das Buch. Das behebt auch Gottesvergiftungen!

6

Indica
25. März 2008, 23:46 #

Darf ich mich als nicht besonders religiös Erzogene auch schon bitte auf die Warteliste setzen lassen?

7

The Exit
26. März 2008, 08:14 #

Frau India, ich fürchte, Sie müssten sich das Buch für 8,95 € kaufen, weil ich es mir selbst von meiner Mutter geliehen hatte!

8

Claudia
26. März 2008, 20:13 #

Ich kenne das Buch und habe es bereits mehrmals gelesen – es ist hinreißend. Ein Dank an Herrn Exit, der das der Welt mitteilt.

9

Manniac
30. März 2008, 18:01 #

Die Gottesvergiftung von Toby kann ich sehr gut nachvollziehen, denn auch bei mir hat die religiöse Erziehung toxisch gewirkt.
Allerdings hat sich diese Vergiftung inzwischen in eine sehr sachliche Betrachtung verwandelt. Glaube an Götter, Auferstehungen und Wunder erscheinen mir heute nicht mehr oder weniger abstrus als Berichte von außerirdischen Entführungen oder verspukte Häuser.
Bei Religion bleibt allerdings eine Sache saugefährlich: Im Gegensatz zu den anderen beiden Beispielen wird sie von einer breiten Masse und leider auch von intelligenten und gebildeten Menschen ziemlich ernst genommen.

Über Auferstehung zu diskutieren ist aber kaum etwas anderes, als die Mystery-Handlungsfäden von Lost auseinandernehmen. Kann sicher spannend und unterhaltsam sein, ist aber trotzdem nur Fiktion, die nach (von der Religion vollkommen) unabhängigen Kriterien philosophisch diskutiert wird. Wozu braucht man dann noch den Mittelmann Religion mit ihrem ganzen reaktionären Ballast?

Auch von mir ein Buchtipp (den Du evtl. schon kennst): Richard Dawkins – The God Delusion.

10

The Exit
31. März 2008, 19:21 #

Herr Manniac, ich glaube ja, das ist eine Phase. So ein Glaube, das schwingt hin und her!

11

Manniac
31. März 2008, 19:50 #

Ich habe schon allen meinen Freunden gesagt, wenn ich jemals im Alter religiös werden sollte, wird es Zeit, mir das Sorgerecht für mich selbst zu entziehen :)

12

The Exit
28. April 2008, 22:04 #

Manueller Trackback zu einer wenig begeisterten Rezension.

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