Eine Reihe von Musikensembles widmet sich voll und ganz der Aufführung von Alter Musik. Die Verwendung von damals zeitgenössischen Musikinstrumenten, die auch heute noch schlecht stimmbar sind, soll dem Konzertbesucher ein möglichst authentisches und originalgetreues Erleben der Komposition ermöglichen.
Man kann auch sagen, dass gerade diese Aufführungspraxis der eigentlichen Intention der damaligen Komponisten zuwider läuft und dem Zuhöhrer eher ein Erleiden der Komposition gestattet (Man hatte im Barock zwar das Problem des allgegenwärtigen Todes. Man sollte die Zeit nutzen. Entsprechend fassen sich barocke Musikwerke selten kurz). Ich wage sogar die These aufzustellen, dass ein Bach äußerst unglücklich über die unpräzise Intonation der Instrumente zu seiner Zeit gewesen sein muss. Bach hat Musik geschrieben, für die es damals noch keine adäquaten Instrumente gab. So grandiose Musik, wie die von Bach, lebt wahrlich von gestimmten, rund klingenden und vor allem harmonischen Akorden, wie sie damals sehr wohl von der menschlichen Stimme (die seit dem Mittelalter keine nennenswerten technischen Weiterentwicklungen erfahren hat) gesungen werden konnten. Man denke nur an die Barockopern, wo es letztendlich auch darum ging, die Schönheit der menschlichen Stimme darzustellen. Noch dazu, wo virtuose Sängerinnen und Sänger keine Intonationsprobleme hatten.
Bach mit historischen Instrumenten zeigt uns, wie sehr der Komponist gelitten hat. Bach mit aktuellen Instrumenten lässt uns erst erleben, welche grandiose Musik der Komponist für uns geschrieben hat.

