Auf das vom Neffen des Alten Fritz erbaute Berliner Stadttor an der Straße nach Brandenburg an der Havel, wurde 1793 – das ist das Jahr in welchem die Franzosen ihrem 16. Ludwig den Kopf vom Körper trennten – eine geflügelte Figur in einem vierspännigen Streitwagen aufgesetzt: die Quadriga.
Der 1804 selbstgekrönte Kaiser der Franzosen traf am 26. Oktober 1806 in Berlin ein, nächtigte im Schloss Charlottenburg (im Bett der Königin) und nahm, nachdem er den Berlinern ein System zur Nummerierung der Häuser nahelegte, die geflügelte Siegesgöttin Nike/Viktoria mit – nicht ohne zuvor das Brandenburger Tor durchschritten zu haben. Erst 1814 konnten die Truppen Blüchers die in Kisten verpackte Göttin wieder zurückbringen. Daher sprechen wir noch heute von der Retourkutsche.
Abgesehen von der Tatsache, dass die französische Botschaft am Pariser Platz, der an das Tor angrenzt, residiert, stellt sich doch die Frage, ob selbiges Tor in der deutsch-französischen Geschichte eher als positives oder eher negatives Symbol gewertet werden darf.
Sollte also noch einer der werten Mitleser ohne geeignetes Abschlussarbeitsthema sein, so würde es sich anbieten über die Symbolkraft des Brandenburger Tores im 21. Jahrhundert im Kontext der deutsch-französischen Beziehungen zu schreiben.


