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Attraktivitätsänderung

Von Exit in - 28. November 2007, 08:53 18 Kommentare

Den Nutzen, den der Verzehr eines Kuchens beim Konsumenten verursacht, kann über eine Nutzenfunktion, die von den Variablen Zutaten und Zubereitungstechnik abhängt, modelliert werden. Die Variable Zubereitungstechnik enthält Informationen über die Verarbeitungsreihenfolge der Zutaten (falsche Reihenfolge, falscher Kuchen), aber auch die Eignung des Bäckers und eine stochastische Komponente für das Gelingen. Die Variable Zutaten ist selbsterklärend und enthält zusätzlich Informationen zur Menge laut Rezept, die mit einem stochastischen Faktor versehen ist, der Über- und Unterdossierungen zulässt.

Der Nutzen des Bäckers wiederum hängt vom Gelingen des Kuchens und dem Nutzen des Konsumenten ab, denn der Bäcker freut sich insbesondere dann, wenn ein gelungener Kuchen dem Bebackten schmeckt.

Wenn wir unser kleines Kuchenbackmodell empirisch überprüfen, so stellen wir fest, dass der Nutzen des Konsumenten von seinen Präferenzen bezüglich der Zutaten abhängt. Der eine mag Ananas, der andere hingegen nicht. Erstaunlicherweise tritt bei Konsumenten, die keine Ananas mögen, die gleiche Nutzenveränderung ein, unabhängig davon, ob Ananas oder Nelken, Kardamom und Rumrosinen dem Kuchen durch Aufnahme in die Variable Zutaten beigefügt werden.

Wenn wir jetzt unterstellen, beide Akteure wollten ihren Nutzen maximieren, dann bleiben zwei Parameter, die sich ändern lassen: entweder der Bäcker ändert das Rezept oder der Konsument passt seine Präferenzen an.

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18 Kommentare

1

Indica
28. November 2007, 09:25 #

Oha! Ein Ehedrama über der Rührschüssel.

2

Markus
28. November 2007, 11:09 #

Ließe sich denn das Problem nicht durch einfachste Anwendung der Mengenlehre lösen?

Oder gibt es etwa keine Schnittmenge aus den vom Konsumenten als schmackhaft empfundenen Beigaben und den dem Produzenten zur Verfügung stehenden Zutaten?

(Letzter Satz wurde von mir dreifach grammatikalisch überprüft, müsste so korrekt sein!)

3

The Exit
28. November 2007, 11:32 #

Frau Indica, wir wollen mal nicht übertreiben!

Herr Markus, wir wollen doch den Nutzen maximieren. Und in unserem kleinen Modell ist wohl nur ein Rezept spezifiziert. Sonst müsste man mal den Multi-Rezeptfall diskutieren und analysieren.

4

creezy
28. November 2007, 14:00 #

Kurze Zwischenfrage, das was dabei rauskommt, ist das noch Kuchen? ,-)

5

Julius
28. November 2007, 19:38 #

J’ai un déjà-vu.

6

Bellerophon
28. November 2007, 19:43 #

Tja, Herr Exit, ich sehe wohl, Sie haben bei Ihren Marketing Vorlesungen nicht gründlich genug aufgepasst. Hätten Sie ausreichend Marktforschung betrieben, hätten Sie festgestellt, dass erstens – das von Ihnen produzierte Gut nicht vermarktbar ist, und zweitens – sie zusätzlich noch durch Ihre Medienpropaganda riskieren einen treuen Kunden zu verlieren.

7

The Exit
28. November 2007, 19:49 #

Angebot und Nachfrage werden über den Preis geregelt. Da braucht es keine Marktforschung.

Außer sie wollen jetzt monopolistische Konkurrenz in das Modell einbauen mit bisserl “Love for Variety”. Aber das wird dann arg wüst zu modellieren. Und Sie werden weiterhin keine Nelkengewürze mögen.

8

creezy
28. November 2007, 21:05 #

Ach! Ach so! Der Herr Bellerophon mag mal wieder was nicht. Ist ja klar. Hätte man ja gleich drauf kommen können.

Herr Bellerophon, nächstes Jahr ist Schluss mit dieser Nörgelei! Nächstes Jahr wird Ihnen Ihr Welpen-Status aberkannt. Dann wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Basta!

9

Julius
28. November 2007, 21:21 #

Ich kann Herrn Bellerophon nur beipflichten: Der Bäcker ist hier klar der Dienstleister. Als solcher hat er sich an den Wünschen der Konsumenten zu orientieren, nicht umgekehrt.

Zwecks Sonntag: Irgendwelche weiteren Zutaten, die man tunlichst vermeiden sollte?

10

The Exit
28. November 2007, 21:44 #

Herr Bellerophon hat jetzt festgestellt, dass der Kuchen von gestern, nachdem er nicht mehr ofenfrisch duftet, nicht mehr ganz so furchtbar ist. Allerdings habe ich, um ihn zu besänftigen, einen neuen Kuchen gebacken und dort nur Lebkuchengewürz verwendet, Äpfel, Zimt und Marzipan rein und die Rosinen auf besonderen Wunsch vergessen und noch mit Zitronat verfeiert. Wer zog ein langes Gesicht?

In meiner Küche wird kein Schokokuchen mehr gebacken werden. Es wird jetzt nur noch Rosinen-Zitronatkuchen mit Nelkengeschmack und Ananasbeigabe geben.

11

creezy
29. November 2007, 11:19 #

Herr Bellerophon bekommt ab sofort nur noch Rührkuchen. Schluss. Aus.

12

The Exit
29. November 2007, 13:11 #

Genau. Ich denke da an einen Königskuchen. Da kommt schön viel Zitronat, Orangeat und Rosinen udn Nüsse rein. Lecker! Auf die Schokostückchen würde ich dann allerdings verzichten.

13

creezy
29. November 2007, 13:18 #

Naja, Orangeat und Zitronat ist aber auch wirklich fies …

14

The Exit
29. November 2007, 13:18 #

Ist es nicht. Das ist weihnachtlich und lecker. Und wenn man es nicht überdosiert, gibt es dem Kuchen eine feine Note.

15

creezy
30. November 2007, 22:05 #

Nee, tut es nicht, das stört nur. Und schmeckt nicht. Das ist gruselig.

16

Spontiv
30. November 2007, 22:45 #

Nein Herr Exit! Hören Sie auf meine Vorrednerin! Ihr Vorhaben ist wirklich gruselig.

Nehmen Sie das feuchte Stück aus dem Aquarium von heute Morgen! Ähnliche Zutaten aber schmackhaft!

17

The Exit
30. November 2007, 22:50 #

Nein. So gruselig ist das doch gar nicht. Mit dem Citronat. Den Stollen sparen wir uns für Sonntag auf, wenn er bis dahin getrocknet ist.

18

creezy
2. Dezember 2007, 10:45 #

Na zum Glück gibt es heute auch Mohnstollen. ,-) Ohne so’n Zitronendingsda.

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