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Stilvoll eine Freude machen

Von Exit in - 16. Oktober 2007, 16:24 14 Kommentare

Angenommen, lieber Leser, du wüsstest, dass die geschätzte Freundin, die in den Hirschservietten- liebenden Haushalt gezogen ist, nun ein Haus bewohnt, das den letzten authentischen Beweis der Kriegswirren an der Oder darstellt? Was würdest du ihr schenken?

Was tätest du, wenn dir bekannt wäre, dass in der Fassade noch die Einschusslöcher zu sehen sind, und vor dem Haus der Bürgersteig gesperrt ist, um den Flaneur vor herabfallenden Fassadenelementen zu schützen. So fehlt beispielsweise am Fenster der geschätzten Freundin ordentlich Fassade. Denk daran, du möchtest ein Geschenk überbringen, das die Einheit zwischen der an der Fassade stehen gebliebenen Zeit mit dem Interieur nicht zerstört, sondern betont!

Wenn du, lieber Leser, nun ein Geschenk machen möchtest, mit dem die beschenkte Freundin Gelegenheit hätte, ihrem Stress, ihrer Aufregung und ihrem Trubel im Büro durch meditative Tätigkeit zu entfliehen, was würdest du schenken?

Nun, nach langem, mühsamen und ergiebigen Nachdenken kam mir die Idee, mich im Handarbeitsfachgeschäft in Charlottenburg umzusehen.

Es sollte etwas meditatives sein. Mit Entspannungscharakter beim Handarbeiten. Nur, ein Mandala verbot sich, wegen der Einheit von äußerer und innerer Zeit. So fiel mein Entscheidung auf ein Gobelin-Stickkunstwerk.

Die Freude der Beschenkten, die noch kurz vor der Schenkung die letzten Ablaufpläne für die Pressekonferenz diktierte, dabei aber bereits hibbelig auf ihrem Stuhl hin- und herrutschte, war ihr überwältigend.

Frau Indica, das hab ich doch gern gemacht. Sie müssen nur mit dem Sticken beginnen, dann wird Ihnen die Schönheit des Gobelins ersichtlich werden. Und dann wird auch der entspannende Effekt einsetzen.

Nur nicht übermütig werden und empört das Geschenk eintauschen wollen! Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Ende des Jahres die feierliche Fertigstellung und Aufhängung in Ihrer Wohnung feiern können.

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14 Kommentare

1

Liisa
16. Oktober 2007, 17:26 #

Ich hab mich schon gestern köstlich bei Frau Indica amüsiert, die Foto-Dokumentation hier toppt das Ganze allerdings noch! Ich kann aber nun sehr gut nachvollziehen, dass Sie, lieber Herr Exit, nur auf dieses Geschenk kommen konnten, bei der Zielvorgabe Inneres und Äußeres miteinander zu versöhnen. ;o)

2

The Exit
16. Oktober 2007, 17:33 #

Frau Liisa, Ihre Worte sind Balsam für meine Seele. Wenigstens Sie versuchen mich zu verstehen und meine ehrenwerten Absichten zu ergründen.

3

Markus
16. Oktober 2007, 19:15 #

Ich kann nur sagen, als Außenstehender hat man gut lachen, es ist einfach zu lustig zu sehen, dass Frau Indica mit etwas beschenkt wird, was sie auf den ersten Blick nicht geschenkt bekommen will (und deshalb um Mitgefühl bittet) und dass darauf hin Sie, Herr Exit, sich nicht verstanden fühlen und ebenso Mitgefühl einfordern.

Ich fühle …
a) …mit Ihnen beiden mit, und
b) …mich bestens amüsiert ;-))

4

Bellerophon
16. Oktober 2007, 21:11 #

Eigentlich hat sich Frau Indica so richtig darüber gefreut… Fast so sehr wie über die Einzelfahrscheine als Geschmeideersatz zum Geburtstag! :)

Aber sie würde es natürlich niemals zugeben… :P

5

creezy
16. Oktober 2007, 22:38 #

Ich finde, Ihr seid nicht so richtig nett zu Frau Indica. Und Herr Bellerophon: Vorsicht. Junger Mann! Wer weiß, welche Gehhilfen aus unseren Händen Ihnen nächsten Sonntag als Geschenk überreicht werden … oder Alpenpanoramenpuzzles 2000-teilig.

6

The Exit
17. Oktober 2007, 08:38 #

Nicht so richtig nett? Das klingt jetzt aber doch etwas böse!

7

creezy
17. Oktober 2007, 10:01 #

Naja, also einen Gutschein in einem Wollgeschäft, das ist ja eine feine Sache aber so eine Stickofferte? Mit DEM Motiv?

Gelegentlich ist es nicht sicher, ob Du Freund oder Feind … ,-)

8

The Exit
17. Oktober 2007, 10:03 #

Es steht Frau Indica ja frei, ein eigenes Stickmotiv aufzusticken. Sie muss sich ja nicht an die Vorgaben halten!

9

Indica
17. Oktober 2007, 10:24 #

Herr Exit, das ist ein Eins-A-Alternativ-Wohnprojekt. Da gehört die Trümmerfassade wie Anfang der 90er-Jahre im Prenzlauer Berg oder in den frühen 80ern in Kreuzberg 36 einfach dazu. Back to the Roots!

Außerdem hängen da ganz viele Exit-Schilder im Hausflur herum – was hätte ich anderes tun sollen, als dort einzuziehen?

Ich werde gedisst. Keiner versteht mich. Meine ästhetischen Leiden werden durch den Kakao gezogen.

Sie sagen es, Frau Creezy: Antifaltencreme und Gehhilfen, für Herrn Bellerophon, der ganz frech als Stick-Aufsicht daherkommt. Ich guck nochmal bei uns im Fundus nach, ob von den vielen Inszenierungen zu Kleist mit Rollstuhl noch einer übriggeblieben ist. Dann bring ich einen mit…

10

The Exit
17. Oktober 2007, 10:30 #

Frau Indica, wenn Sie den Prenzlauer Berg imitieren möchten und sich fürderhin als Prenzelwichserin bezeichnen möchten, dann ist ein Gobelin aus Omas Wohnzimmer schon Pflicht.

11

The Exit
17. Oktober 2007, 10:59 #

Oder gefiel Ihnen nur das Motiv nicht so recht, Frau Indica?

Ich habe mal im Internet recherchiert. Es gibt Berge von schönsten Stickpackungen und die Liste von Gobelinanbietern ist ebenfalls sehr ordentlich.

12

spontiv
17. Oktober 2007, 18:35 #

Vielleicht hätten Sie der Liebsten ein Gobelin mit Ihrem Konterfei schenken sollen? Gibt´s bei Ihrem ersten Link. Ich meine jetzt nicht Ihr Konterfei sonder die Möglichkeit… ach Sie verstehen das schon.

Ich könnte mir vorstellen das die Freude groß gewesen wäre – Sie so mit Nadeln in die Nase zu pieken (oder die Nase zu sticken?).

Ich mein´ja nur!

13

The Exit
18. Oktober 2007, 07:51 #

Vielen Dank für den Vorschlag. Das werde ich für das nächste Ereignis ins Auge fassen!

14

Indica
18. Oktober 2007, 23:05 #

Ich finde auch, der Herr Verlobte gehört in die Nase gepiekt. Oder auch in die Augen, bei einer solchen Motivauswahl. Am besten in silber und rosa, wie schon Frau Croco vorschlug.

Muss ich mich dann zu den Stickbloggern zählen?

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