Wenn der Finne gerade nicht literweise Milch trinkt, so nimmt er Kaffee in rauhen Mengen zu sich. Das ist um so erstaunlicher, als dass sich statistisch der höchste europäische Kaffeekonsum oben rechts auf der Karte lokalisieren lässt, aber gleichzeitig die von Arabia, Iittala und Co angebotenen Kaffeetässchen nur die anderthalbfache Espressomenge fassen und somit aus der filterkaffeeschlürfenden Tätigkeit einen Nachschenkmarathon macht.
Zum Tässchen Kaffee wird Hefegebäck gereicht. Je frischer, desto besser. Mit Kardamom im Teig und viel Zimt bestrichen, aufgerollt und mit Hagelzucker beworfen. Die Teigkonsistenz ist entscheidend. Und die Ruhephase, in der die Hefe ihren biologischen und exponentiell verlaufenden Teilungsprozess vollzieht (oder ist eine Synapse in den Biologieunterricht falsch verknüpft?).

Hinter dem verzehrenden Mund befindet sich ein Kopf, der derzeit Kontraktionen ans Nervensystem weitergibt. Aber auch zuvor schon stellte sich eine wohltuende Ruhe in der Abgeschiedenheit von Kommentaren, Postings und RSS-Feeds ein.

Die kommende Arbeitswoche ist schon gedanklich vorsortiert, der Tatendrang geweckt und gleichzeitig macht sich der Wunsch breit, um das Internet einen Bogen zu machen. Es gäbe Geschichten zu erzählen über florale Muster, Tapeten, Vorhänge und Auerhähne.

Oder über Kaffeetassen, Pastateller und Aufgusskellen.

Über ein Grabsteinmuseum und über Schaufensterpuppen mit 3-Tage-Bart.

Aber es gilt auch den Gebrauch der Nähmaschine zu erlernen, den Vorhang zu hängen und den Hefeteig in Ruhe gehen zu lassen.


