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Gurkenproblematik am Nationaldenkmal

Von Exit in - 23. August 2007, 14:06 9 Kommentare

Gestern, als sich die Sonne langsam über den Baumwipfeln der höchsten natürlichen Erhebung der Berliner Innenstadt, eine eiszeitliche Grundmoräne, senkte, als bereits der rote Wein meinen Gaumen schmeichelte, wo kurz zuvor eingewrappter Thunfisch, Ziegenkäse und Zwiebelkuchen für geschmackliche Eruptionen sorgten, als sich das Licht romantisch-kitschig auf 20 Tonnen grün gepinselten Stahl legte, erläuterte eine anwesende Dame Haushaltstipps zur Erwärmung von kühlschrankkalten Gurken im Backofen. Kurz vor Abschluss der Erwärmung wechselte die Geschichtenerzählerin die Gurke gegen eine Möhre aus, die – die Vorfreude der Gurken-Möhrenerhitzerin zerstörend – von der Mitbewohnerin gegessen wurde.

Später, als der Mond durch die Wolken nach unten absackte und sich in den denkmalausleuchtenden Strahlern die Fledermäuse sonnten, traten unerwartet grammatikalische Probleme auf. So war der illustren Runde nicht gegenwärtig, was transitive von reflexiven Verben unterschied, eine per Telefon hinzuzitierte Literaturwissenschaftlerin verwies ebenso, wie der anwesende Literaturvergleichswissenschaftler auf die bestehende Wissenslücke – ein unhaltbarer Zustand in der Wissensgesellschaft.

In der Nacht verstarb Frau Jacob.

Heute, bei der Zubereitung des Salates zur Mittagsstunde war mir die Gurke, frisch dem Kühlschrank entnommen, doch etwas zu kalt. Kaltes Gemüse ist an den Fingern unbehaglich. Kurzes Abwaschen mit lauwarmem Wasser säuberte die Gurke, brachte sie auf eine angenehme Temperatur, bevor sie klein geschnitten mit Baslamico beträufelt per Gabel meinem Mund zugeführt wurde. Ein Austausch zur Möhre fand nicht statt.

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9 Kommentare

1

rob
23. August 2007, 14:28 #

Reflexive Verben – und ich war nicht dabei….

2

The Exit
23. August 2007, 14:30 #

Sie sehen, Herr Rob, ein bonfortionöser Abend. Wenn gleich die Ellipse keinen abschließenden Punkt aufweisen darf. So Frau Creezys Ellipsenregel Nr. 4.

3

creezy
23. August 2007, 14:34 #

Sie haben vergessen zu erwähnen wozu die Gurkenmohrrübe eigentlich gedacht war! Und wer war Frau Jakob? Sag bitte nicht Frau Jakob ist eines der Mitglieder von Silver Convention?

Ich bin entsetzt? Ist sie gesprungen oder vom Killerhecht gemeuchelt worden?

Herr Rob macht immer nur Unsinn, der liest meine ernsten Inhalte doch gar nicht! ,-)

4

The Exit
23. August 2007, 14:48 #

Es handelt sich um Frau Jacob. Eine Schwertträgerin. Nein, sie ist kein Mitglied der Silver Convention. Die drei Amanogarnelen werden gerne von Hector gejagt.

5

Nullzeitgenerator
23. August 2007, 15:28 #

Das war sehr schön und es reut mich sehr, dass der Gespiele mich noch zur Kultur beordert hatte. Ungute comida interrupta…

Transitives und reflexives Geverbe kann man bei Herrn Udo Klinger nachlesen.
In dem Sinne meinen transitiven Dank für gute Gesellschaft und demnächst die Richtigstellung des Gurkensalates im geeigneten Haushaltsblog.

6

rob
23. August 2007, 15:31 #

Frau creezy – welch Unterstellung! Als Liebhaber, seine Kommentare (fast) immer mit “…” zu beenden (ok – manchmal schleicht ein vierter “.” ein), habe ich natürlich Ihren Beitrag gelesen – und das nicht nur punktuell…

7

The Exit
23. August 2007, 15:40 #

Wobei die abschließenden Punkte bei Nr. 6 dem Leser sämtliche Interpretationsfreiheit lassen. Er könnte zum Beispiel “sondern äußerst oberflächlich.” einsetzen.

8

Liisa
23. August 2007, 17:52 #

Ähm, mal abgesehen von dieser schwerwiegenden Problematik finde ich das Foto sehr schön! :)

9

Markus
24. August 2007, 08:22 #

Frau Liisa: Sie wissen eben, was gut ist. ;-)

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